| Höhere durchschnittliche Rechnungen: Chancen und Risiken | |||||
Der folgende Artikel bietet einen Überblick über die Diskussion und beschreibt die wichtigsten Punkte, die in Bezug auf die vor uns liegenden Herausforderungen und ein strategisches Inkasso- und Limitierungsmanagement angesprochen wurden. Die Problemlage
Diese Erweiterung des Servicespektrums bringt eine Reihe neuer Herausforderungen mit sich: Wenn die Rechnung potenziell auf das Fünffache steigt, werden zugleich auch die Fälle von 'Zwangsabwanderung' sowie der durchschnittliche Betrag der abgeschriebenen Verluste steigen. Dadurch entsteht Druck auf das Inkasso-Team, aber auch auf das Risiko-Team – durch die Notwendigkeit, das Problem zu ‘lösen’. Mit all diesen Produkten könnte sich die zukünftige Rechnung auf das Fünffache erhöhen, so dass eine durchschnittliche Rechnung statt €54 nunmehr €250 betragen würde. Die Grafik unten zeigt, wie ein solches Wachstum zustande kommen könnte, wobei der mobile Zahlungsverkehr und die erheblich gestiegene Nutzung von Inhalten einen großen Teil der Rechnung ausmachen. Die Erwartung geht dahin, dass die Komponente 'Gespräche' der Rechnung im Volumen weiterhin zunehmen, im Wert jedoch statisch bleiben wird, da gebündelte Angebote als Mittel zur Kundengewinnung sowie als Belohnung für andere Produktkäufe eingesetzt werden.
Für den Konsumenten ist eine durchschnittliche Rechnung in Höhe von €54 handhabbar, obwohl eine zwangsweise Kundenabwanderung nicht ungewöhnlich wäre. Wenn diese Rechnung nun auf €250 steigt, macht sie einen größeren Prozentsatz des Haushaltseinkommens aus. In einigen Fällen werden dies lediglich durch Verlagerung erzielte Erträge sein, z.B. im Falle von Festnetztelefonie und Breitband, die Kunden sollen jedoch gerade deshalb für diese gebündelten Dienste gewonnen werden, um ihnen noch mehr bieten zu können:
All dies sind neue Dienste, die zusätzliche Haushaltsausgaben darstellen. Hier ergibt sich somit für die Telekommunikation eine fantastische Chance zur Ertragssteigerung, aber auch Möglichkeiten zur Schaffung von 'Aufhänger'-Produkten, das heißt Produkten, die sicherstellen, dass der Kunde Ihrer Rechnung Priorität vor anderen Verbindlichkeiten einräumt. Durch die größere Anzahl von Produkten, die der Kunde von Ihnen nimmt, wird auch die Quote der freien Kundenabwanderungen beeinflusst, denn alle diese Produkte anderswo zu kaufen, ist mit gewissen Risiken verbunden, und die Schwierigkeit des Vergleichs von Paketangeboten dürfte einen weiteren Teil dazu beitragen.
Bei einem Portfolio von 3 Millionen Kunden könnte dies den Reingewinn leicht um €100 Mio. schmälern. Durch einen strategischen Ansatz beim Inkasso und bei der Limit-Setzung lässt sich dieser Betrag jedoch besser kontrollieren. Strategisches Inkasso Triage-Strategien, die vor der Entstehung von Rückständen ansetzen, suchen nach Kunden, die eventuell bei einem anderen Anbieter Probleme haben (wie anhand ihres Kreditauskunftei-Scores ersichtlich). Auch eine Änderung in ihrem Verhalten könnte darauf hinweisen, dass sie sich auf ein Inkasso hin bewegen. Hier kann ein präventiver Anruf, eine Reduktion ihres Kreditlimits oder das Fordern einer Kaution zur Reduktion des Risikos beitragen. Die Verwendung von Risikodaten und historischen Daten zur Trennung der ‘langsamen Zahler’ von den Hochrisikofällen macht es möglich, die Fälle mit den geringen Risiken über kostengünstigere Mahnkanäle wie SMS zu behandeln, während die Hochrisikokunden sofort mit Anrufen und aggressiven Strategien angegangen werden können. Strategisches Management der Limits
Das hinter diesen Limits stehende Konzept muss sowohl den Kunden als auch den Callcenter-Mitarbeitern deutlich erklärt werden; letztere müssen auch darüber informiert werden, wie diese Informationen den Kunden zu übermitteln sind. Fazit: In Anbetracht der auf dem Workshop besprochenen Diskussionspunkte in Bezug auf die Veränderungen, die wir zurzeit erleben, kann festgehalten werden, dass der Telekommunikations- oder ‘Multimedia’-Markt im Augenblick einer der interessantesten Märkte und zugleich auch einer der herausforderndsten ist. Telekommunikationsunternehmen müssen die sich hier bietenden Chancen ergreifen und dabei alle Elemente des Kreditrisikos im Blick haben – angefangen bei der Risikobewertung bis zum Online-Rating von Konten, wenn es um die Erweiterung eines Limits geht. Ein wirksames Kundenmanagement ist von entscheidender Bedeutung, wenn wir das Potenzial, das diese Chancen in sich bergen, optimal nutzen wollen. Sich darüber klar zu werden, welche Dinge vor uns liegen, ist dabei nur der erste Schritt zum Erfolg. Matthew Dodd – Head of Best Practice for Customer Management, Experian Decision Analytics - aus seiner Präsentation anlässlich des Europäischen Telekommunikationsforums 2007 von Experian Decision Analytics Treten Sie mit uns für weitere Diskussionen über diesen Artikel in Verbindung |
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