| Anmeldungsbetrug bei Telefongesellschaften – wie können Sie sich schützen? | |||||
Ausgehend von Schätzungen, dass betrugsbedingte Verluste dem britischen Telekommunikationssektor im Jahr 2006 Kosten in Höhe von etwa £866 Mio.1 verursacht haben, setzt Experian die durch eine gemeinsame Nutzung von Daten über bekannte Betrugsfälle, unfreiwillige Abschaltungen sowie Anmeldungsdaten möglichen Einsparungen für die Branche mit mindestens £25 Mio. pro Jahr an, das sind etwa 3% der 2006 entstandenen betrugsbedingten Verluste. Zusätzlich zu einer Online-Überprüfung von Anmeldungsdaten auf Betrugsrisiken hin empfiehlt Experian die Überprüfung des Hintergrundes von eigenem Personal und Händlern zum Schutz vor der zunehmenden Bedrohung durch Mitarbeiter- und Händlerbetrug. Betrug ist eine bedeutende Ursache von Ertragsverlusten und uneinbringlichen Forderungen, wobei die Verluste für die Branche weltweit auf ganze 6% der Erträge geschätzt werden2. Bei den europäischen Telekommunikationsgesellschaften wird davon ausgegangen, dass ungefähr 30 – 35% der uneinbringlichen Forderungen auf Betrug zurückzuführen sind, wobei einige Anbieter – insbesondere solche mit aggressiven, auf schnelle Entscheidung und Steigerung des Marktanteils ausgerichteten Strategien – den Anteil sogar mit 55% der uneinbringlichen Forderungen ansetzen. Betrug umfasst dabei jede Art des Diebstahls von Hardware oder Serviceleistungen sowie den vorsätzlichen Missbrauch von Telefonie- oder Datennetzen, bei dem eine Vermeidung von rechtmäßig erhobenen Gebühren oder die Erschleichung von Gebührenreduktionen beabsichtigt wird. Die betrugsverursachten Verluste entstehen aus den anfallenden Gebühren für Sprechzeiten und Inhalte, Verbindungsgebühren, Bestellungen von Telefongeräten und Anschlüssen und haben äußerst negative Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Betriebskosten. Zu den gängigen Betrugsarten gehören Box breaking, ID-Diebstahl, so genannter Karussellbetrug, Weiterverkauf von Anrufen, falsche Versicherungsansprüche, Erstattungsfehler und ‘SIM only’-Verträge. Bei all diesen Betrugsarten werden kostengünstige oder kostenlose Anschlüsse und Bestellprogramme in einer stark umkämpften Geschäftslandschaft ausgenutzt, in der viele Kunden einen sofortigen Zugang zu immer besseren Services erwarten. Das Spektrum der Betrüger reicht dabei von unehrlichen Kunden, die versuchen, kostenlos an eine Leistung zu kommen, bis zu skrupellosen Händlern, unehrlichen Mitarbeitern und kriminellen Banden oder betrügerischen Absprachen zwischen allen vieren. Sie alle werden von der Schnelligkeit und Anonymität eines Systems angezogen, das ihnen erhebliche Gewinne bei einem sehr geringen Risiko der Entdeckung ermöglicht. Der beste Weg, dem Betrug Einhalt zu gebieten, ist selbstverständlich, ihn von vornherein auszuschalten, und zwar durch die Beurteilung des Betrugsrisikos bei neuen Kundenregistrierungen sowie durch eine Reduktion der durch Mitarbeiter und betrügerische Absprachen entstehende Betrugsrisiken mittels Überprüfung aller Mitarbeiter und Händler.
Um zu verhindern, dass die Geschäftsrentabilität durch Betrug unterminiert wird, ist es ganz wesentlich, eine integrierte Betrugs- und Kreditrisikomanagementstrategie zu implementieren. Eine Schlüsselkomponente dieser Strategie muss eine angemessene Betrugs- und Kreditrisikobeurteilung zum Zeitpunkt der Anmeldung sein. Ein solcher Prüfprozess sollte folgendes abdecken:
Um eine Nutzung Ihrer Netze durch Betrüger zu unterbinden, müssen die Betrugskontrollen folgende Merkmale aufweisen:
Jeder Registrierungsantrag sollte auf folgende Punkte hin geprüft werden:
Zusätzlich zu den Bedrohungen von außen ist im gesamten Telekommunikationssektor eine erhebliche Zunahme in der Zahl der internen Betrugsfälle zu verzeichnen. Dabei werden die Betrugsdelikte zugleich auch immer raffinierter, und in zunehmendem Maße sind ganze kriminelle Banden darin involviert. Bei etwa 70%3 aller Unternehmen sind Fälle von versuchtem oder vollendetem Betrug durch Mitarbeiter vorgekommen. Dabei legen die Daten aus den USA und Großbritannien die Vermutung nahe, dass zwischen 30 bis 50%3 aller Betrugsdelikte unter Beteiligung eigener Mitarbeiter erfolgen. Die Überprüfung des Hintergrunds in Form von Identitätsüberprüfung, Prüfung auf bestehende Vorstrafen und sonstiger persönlicher Informationen, auch über frühere Beschäftigungsverhältnisse, kann eine erhebliche Auswirkung auf Einstellungsentscheidungen haben und die Risikoexposition durch unehrliche Mitarbeiter signifikant vermindern. Typischerweise wären nur 85% der ohne eine Überprüfung eingestellten neuen Mitarbeiter nach einer später erfolgten Überprüfung tatsächlich eingestellt worden. Angesichts der Tatsache, dass die durchschnittlichen Einstellungskosten bei etwa £7000 liegen und die Kosten zur Bereinigung von schlechten Einstellungsentscheidungen durchschnittlich etwa £90004 betragen, erweist sich die Überprüfung des Hintergrunds als kluge unternehmerische Entscheidung. Alle Händler, Einzelhändler und deren Mitarbeiter ebenso wie alle eigenen Mitarbeiter in Kontaktzentren, im Vertrieb, in Verkaufsläden und in der Logistik sollten einer angemessenen Risikobeurteilung und einer Hintergrundprüfung unterzogen werden. Eine solche Risikobewertung wird auch in hohem Maße abschreckend auf Möchtegern-Betrüger wirken. Außerdem lässt sie sich auch auf Aushilfskräfte und Subunternehmer ausweiten. Ein integriertes Risikomanagement, das eine Überprüfung sowohl der Anmeldungen als auch der Mitarbeiter und Händler umfasst, kann einen erheblichen Gewinn für Ihr Geschäft erbringen. Aus diesem Grund sollte es eine Kernkomponente Ihres Betrugsrisikomanagements sein. Paul Smith - Product Director, Fraud & Identity Solutions, Experian Decision Analytics – aus seiner Präsentation anlässlich des Europäischen Telekommunikationsforums 2007 von Experian Decision Analytics Treten Sie mit uns für weitere Diskussionen über diesen Artikel in Verbindung
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